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Displaced Persons

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Quelle: Arthur Zegart; The U.S. National Archives and Records Administration; RG-59- IRO hier: IRO Subject File , 1946-1952 Lot File No. 53 D 307 - DSC09214.

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Der Begriff „Displaced Persons“ (DPs) wurde am Ende des Zweiten Weltkriegs geprägt, um die Millionen von verschleppten oder deportierten Menschen in Mitteleuropa zu bezeichnen, die sich nach der Befreiung durch die Alliierten außerhalb der Grenzen ihrer Heimatländer wiederfanden. Darunter fielen vor allem Zwangsarbeiter, aber auch ausländische Vertragsarbeiter, (meist jüdische) Überlebende der Konzentrationslager sowie politische Gefangene und Kriegsgefangene der Nationalsozialisten und ihrer Verbündeten.1 

Online Lexikon zur Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa

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Obwohl sich die Begriffsdefinitionen von „Displaced Persons“, „Flüchtlinge“ und „Vertriebene“ im Kern durch die Gemeinsamkeit des unfreiwilligen Verlassens der Heimat ähneln, wurden sie nie vollständig als Synonym verwendet.

Die begriffliche Differenzierung zwischen „Displaced Persons“, „Flüchtlingen“ und „Vertriebenen“ ist nicht auf unterschiedliche Erfahrungen der Betroffenen zurückzuführen, sondern ergibt sich aus der politischen und administrativen Funktion. Die Forschung zeigt, dass dieser Begriff ein bewusst erzeugtes Instrument ist, das spezifische Problemlagen der Alliierten nach 1945 adressierte. Huhn und Rass betonen, dass die Kategorie der DPs erst durch ihre politische Verwendung ihre eigentliche Bedeutung gewann, weil der Inhalt flexibel an die Bedürfnisse der UNRRA und später der IRO angepasst werden konnte. Dadurch erhielten beide Organisationen beträchtliche Handlungsmacht.2  Mit der Gründung der IRO wurde der Status nochmals neu gefasst. Nun mussten die zuvor kollektiv erfassten Menschen individuelle Anträge stellen, um den DP-Status zugesprochen zu bekommen. Die Internationale Flüchtlingsorganisation (IRO) definierte DPs als Personen, die durch das nationalsozialistische Regime entrechtet, vertrieben oder verschleppt worden waren, darunter zählten auch jene, die bereits vor 1939 als Flüchtlinge galten. Die Herkunft der Displaced Persons spielte für die Alliierten eine herausgehobene Rolle. Flüchtlinge aus „feindlichen“ (Deutschland, Österreich, Japan) oder „ehemals feindlichen“ Ländern (Italien, Finnland, Ungarn, Rumänien und Bulgarien) wurden nicht der Gruppe der DPs zugerechnet und wurden anders behandelt als solche aus UN-Mitgliedsstaaten, in unklaren Fällen der Herkunft wurde die Kategorie „staatenlos“ verwendet.3 

So ermöglichte die Offenheit dieser neuen Kategorie die Umgehung etablierter Normen des Flüchtlingsschutzes.

  1. Schnellbach, Christoph: Displaced Persons (DPs), in: Online-Lexikon zur Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, 2015. URL: https://ome-lexikon.uni-oldenburg.de/p32833 (Stand: 28.09.2020).

  2. Huhn, Sebastian; Rass, Christoph: Displacement und Displaced Persons, in: Bettina Bannasch/Doerte Bischoff/Burcu Dogramaci (Hrsg.): Exil, Flucht, Migration: Konfligierende Begriffe, vernetzte Diskurse? Berlin/Boston: De Gruyter 2022, S. 38–49, hier S. 45.

  3. Schnellbach, Christoph: Displaced Persons (DPs), in: Online-Lexikon zur Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, 2015. URL: https://ome-lexikon.uni-oldenburg.de/p32833 (Stand: 28.09.2020).

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Quelle: Arthur Zegart; The U.S. National Archives and Records Administration; RG-59- IRO hier: IRO Subject File , 1946-1952 Lot File No. 53 D 307 - DSC09215-2.

Displaced Persons (DPs) steigen von einem von der IRO gesponserten Transportfahrzeug mit ihrem Gepäck ab und besteigen einen Zug. An der Seite des Zuges steht handschriftlich: „US emigr. via Bremen“. Die Flüchtlinge lehnen sich aus den Fenstern, um mit der Kamera und den IRO-Beamten zu sprechen. Uniformierte Männer und Frauen tragen Abzeichen mit der Aufschrift „IRO“, „US Committee“ und „USCOM“. Die DPs winken, während der Zug abfährt. Nahaufnahmen zeigen das Gepäck. Verschwommene Aufnahmen über drei Minuten zeigen mehrfach Männer, Frauen und Kinder beim Einsteigen in den Zug. Weite Aufnahmen zeigen die Bahnhofsgebäude. Zwei offizielle Männer stehen neben dem Zug an einem Mikrofon und lesen von Papieren, während die Menge zuhört. Die Flüchtlinge hängen aus den Zugfenstern und winken zum Abschied, als der Zug abfährt. Quelle: United States Holocaust Memorial Museum, RG-60.4702, gift of Julien Bryan Archive.

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Wer waren die  „heimatlosen Ausländer“?

Das „Gesetz über die Rechtsstellung heimatloser Ausländer im Bundesgebiet“ vom 25. April 1951 legte fest, wer als DP bzw. „heimatloser Ausländer“ galt. Hier:

(1) Heimatloser Ausländer im Sinne dieses Gesetzes ist ein fremder Staatsangehöriger oder Staatenloser, der

a)

nachweist, daß er der Obhut der Internationalen Organisation untersteht, die von den Vereinten Nationen mit der Betreuung verschleppter Personen und Flüchtlinge beauftragt ist, und

b)

nicht Deutscher nach Artikel 116 des Grundgesetzes ist und

c)

am 30. Juni 1950 seinen Aufenthalt im Geltungsbereich des Grundgesetzes oder in Berlin (West) hatte oder die Rechtsstellung eines heimatlosen Ausländers auf Grund der Bestimmungen des § 2 Abs. 3 erwirbt.

 

Mit diesem Gesetz erhielten DPs ab 1950 in Deutschland in zahlreichen Punkten eine den Deutschen vergleichbare Rechtsstellung. Einige Privilegien, die deutschen Vertriebenen oder Flüchtlingen zugestanden wurden, blieben ihnen jedoch verwehrt. Zu diesem Zeitpunkt lebten noch etwa 130.000 Menschen mit diesem Status im Bundesgebiet.4 Mit der veränderten Terminologie war nach Einschätzung von Historikern ein bewusster Bedeutungswandel verbunden. Er sei nach Wolfgang Jacobmeyer im Kontext damaliger Bestrebungen der jungen Bundesrepublik zu verstehen, die deutsche Verantwortung für das DP-Problem zu verschleiern und zugleich Wiedergutmachungsansprüche dieser Gruppe abzuwehren.


  1. Schnellbach, Christoph: Displaced Persons (DPs), in: Online-Lexikon zur Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa, 2015. URL: https://ome-lexikon.uni-oldenburg.de/p32833 (Stand: 28.09.2020).

  2. International Refugee Organization (IRO): The Facts About Refugees. o. O. 1948. S. 6. (siehe Arolsen Archive - Signatur 12 Qu 35)

  3. Ebd.

  4. Ebd.

Eine große Gruppe Erwachsener sitzt im Freien und hört einer Lehrerin zu. Eine junge Frau schreibt ein Zitat von Walt Whitman auf Englisch an eine Tafel. Kleine Gruppen lesen gemeinsam Bücher im Freien. Mehrere Aufnahmen deuten darauf hin, dass die Szenen inszeniert sind. Ein junges Paar geht neben einem Gebäude entlang. Displaced Persons passieren ein Schild mit der Aufschrift „Church World Service Language Institute“. Später stellen sich die Schüler auf der Treppe vor der Kirche auf, während eine Lehrerin ihnen vorliest. Quelle: United States Holocaust Memorial Museum, RG-60.4702, gift of Julien Bryan Archive.

  1. footnote citation here

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von Max Kossenjans
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