Die Bewohner*innen des DP-Altersheims in Varel
Einer der zentralsten Aspekte in der Geschichte des Vareler Altersheims für Displaced Persons sind natürlich die Menschen, die in den 1950er-Jahren dort lebten – ihre Herkunft, ihre Biografien und die Wege, die sie nach Varel geführt hatten. Dieses Kapitel der Ausstellung widmet sich den Bewohner*innen auf der Ebene von Gruppen, bevor im Folgenden Kapitel näher auf Einzelbiographien und Lebensgeschichten der Bewohner*innen eingegangen wird.
Hinter der institutionellen Bezeichnung „Altersheim für heimatlose Ausländer" oder dem von den Alliierten benutzten „Varel Old People’s Home“ verbirgt sich eine außergewöhnlich heterogene Gruppe von Menschen aus mindestens dreizehn Ländern: NS-Opfer und ehemalige Zwangsarbeiter*innen, Flüchtlinge vor dem Stalinismus, baltische Nationalist*innen, ehemalige Kriegsgefangene, aber auch Kollaborateur*innen und sogar ehemalige Angehörige der Waffen-SS. Ihre Lebenswege waren auf unterschiedlichste Weise mit dem Nationalsozialismus, dem Zweiten Weltkrieg, dem Stalinismus und dem beginnenden Kalten Krieg verwoben – und eben diese Verflechtungen machen die Vareler Bewohnerschaft zu einem Mikrokosmos europäischer Nachkriegsgeschichte.
Grundlage der folgenden Darstellungen ist vor allem die im Heimat- und Stadtarchiv Varel erhaltene Meldekartei, die für 1.452 Personen ausgewertet werden konnte. Sie ermöglicht sowohl statistische Auswertungen als auch die Rekonstruktion individueller Schicksale – und damit einen doppelten Blick auf die Bewohnerschaft.
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Sebastian Huhn
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