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Bogomir Pajkić

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Quelle: Arolsen Archives, DocID: 79560169

Unteroffizier der Infanterie in der serbischen Armee ernannt. Dieser Dienst sollte ihn in den kommenden Jahren in mehrere Kriege führen: den zwei Balkankriegen sowie dem Ersten Weltkrieg. Während dieser Zeit diente er unter anderem als Kompaniechef in mehreren Infanterieregimentern. Im Ersten Weltkrieg wurde er unter anderem im November 1914 an seiner linken Seite und Hüfte verwundet, sodass er 20 Tage dienstunfähig war. Für seinen Einsatz wurde er mehrfach ausgezeichnet, darunter mit der Medaille für militärische Verdienste, der Silbernen und der Goldenen Tapferkeitsmedaille sowie mehreren Gedenkmedaillen für seinen Einsatz in den von ihm erlebten Kriegen. Nach dem Ersten Weltkrieg besuchte Pajkić von 1920 bis 1923 die Infanterieoffizierschule in der Militärakademie in Sarajevo und wurde 1922 zum Hauptmann 1. Klasse befördert. Anschließend übernahm er Funktionen als Kompaniechef im 51. und 47. Infanterieregiment. Ab Juni 1929 war er als Verwalter des Militärbezirkskommandos Kruševac tätig. Neben seiner militärischen Karriere gründete Pajkić mit der Försterstochter Nadenka Veljković eine Familie. Beide hatten gemeinsam mindestens vier Kinder: die Söhne Strahinja (geboren 1920), Branislav (geboren 1923), Radivoje (geboren 1929) sowie die Tochter Ružica (geboren 1926).

Im Zuge des Überfalls der Nationalsozialisten auf Jugoslawien im April 1941 wurde der mittlerweile pensionierte Bogomir Pajkić erneut zum Militärdienst herangezogen. Mit der Kapitulation der jugoslawischen Armee am 17. April ergab sich auch Bogomir der Wehrmacht in Zaječar. Anschließend kehrte er zurück nach Kruševac, wo er nach eigenen Angaben bis zum September keiner Arbeit nachging. Im September 1941 trat er schließlich erneut den Militärdienst als Offizier an, nunmehr allerdings als Angehöriger des sogenannten Serbischen Freiwilligenkorps (SFK).

Dabei handelte es sich um eine paramilitärische Einheit unter der ideologischen Führung des serbischen Faschisten Dimitrije Ljotić. Viele der frühen Anhänger des Serbischen Freiwilligenkorps rekrutierten sich aus Anhängern seiner Partei, der ZBOR (Vereinigte Kampforganisation der Arbeit). Das Hauptziel des SFK war die Bekämpfung der kommunistischen Partisanen in Serbien, wobei es zu einer ständigen Kollaborations-Einheit der deutschen Besatzer wurde. In einem wehrmachtsinternen Schreiben vom Mai 1944 wird das SFK folglich beschrieben als ,,eine in den letzten Monaten im Kampf gegen die roten Tito-Divisionen bewährte Truppe. Das Korps ist entstanden aus einer Art Partei-Truppe der Zbor-Bewegung. Letztere eine serbische politische Bewegung, die aussenpolitisch im Augenblick für ein Zusammengehen mit Deutschland ist und der europäischen Lösung unter Deutschlands Führung zustimmt. Innenpolitisch kämpft die Bewegung gegen Plutokratie, Freimaurerei, Judentum und Bolschewismus."2

Im November 1944, während des Rückzuges aus Serbien nach Slowenien, begann dann die formelle Eingliederung des SFK in die Waffen-SS, welche im Januar 1945 abgeschlossen wurde. Wenngleich die Einheiten des Serbischen SS-Korps durch das System der Waffen-SS versorgt wurden, trugen sie jedoch nie eine SS-Uniform oder Abzeichen. Mit dem Zusammenbruch der deutschen Verteidigungslinie im Mai 1945 wurden die Einheiten des Serbischen SS-Korps zersplittert. Während einige nach Österreich gingen, um gemeinsam mit anderen SS-Einheiten kommunistische jugoslawische Truppen über die Drau zurückzudrängen, konnten andere nach Italien fliehen und sich den Briten ergeben. Hierunter war auch Bogomir Pajkić.

  1. Bundesarchiv: RW 40/88. Kriegs-Tagebuch Mil. Bfh. Südost Ia Mai 1944. Anlage 106, S. 195. Militärbefehlshaber Südost/Ia Nr. 3345/44 geh. 26.5.44.

In Italien untersuchte die sogenannte “MacLean Screening Commission” ab Anfang 1947 die jugoslawischen und ukrainischen Kriegsgefangenen, um festzustellen, welche Personen Opfer oder Kollaborateure des NS-Regimes waren. Basierend auf der Satzung der IRO wurde bei der Untersuchung insbesondere die freiwillige Unterstützung des Feindes als Hauptkriterium herangezogen.

So ist es wenig überraschend, dass auch Bogomir Pajkić von der MacLean Commission als "grau", also außerhalb des Zuständigkeitsbereiches der IRO eingestuft wurde. Höchstwahrscheinlich geschah dies aufgrund seines Dienstes beim Serbischen Freiwilligenkorps. Anfang Mai 1947 gelangten er und die Führung des SFK nach einer Gefangenschaft in Forli und Eboli in das Kriegsgefangenenlager Munsterlager in Deutschland. 

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Zwei Seiten aus Bogomirs Antrag bei der IRO. Quelle: Arolsen Archives, DocID: 79560169

Anders als Kārlis Zīverts war Bogomir jedoch nicht allein in Deutschland. Während seine Frau weiterhin in Serbien lebte, kam sein Sohn Branislav einen Monat vor ihm in Deutschland an. Dieser war bereits 1944 nach Italien gegangen, lebte zeitweise in Eboli und Bologna und kam schließlich 1947 nach Deutschland. Sein Vater Bogomir blieb jedoch nur kurz in Munsterlager. Ende Juli 1947 wurde er aus der Kriegsgefangenschaft entlassen und kam zunächst in das DP-Lager Bocholt, wo er am 10. Dezember einen Versorgungsantrag an die IRO stellte. In Bocholt lebten Vater und Sohn im Januar 1948 für zehn Tage zusammen, bis Branislav über Osnabrück nach Wetter an der Ruhr ging. Sowohl Branislav als auch sein Vater wollten aufgrund des kommunistischen Regimes nicht mehr zurück in ihre Heimat.6 

Bogomir musste wohl auch befürchten, aufgrund seiner Verbindung zum SFK dort bestraft zu werden. Obwohl Mitglieder des SFK grundsätzlich von der Versorgung der IRO ausgeschlossen werden sollten, bekam Bogomir Pajkić eine Versorgung von der IRO zugesprochen.

  1. Arolsen Archives, DocID: 79560169 ; Ebd. DocID: 79560170 ; Ebd. DocID: 79560171.

So kam er schließlich am 24. Februar 1950 in das Altersheim für heimatlose Ausländer in Varel und gab im selben Jahr an, dass er in kein anderes Land außer Deutschland resettled werden wolle.7 Nach der Auflösung des Vareler Altersheims 1959 wurde auch Pajkić in ein anderes Pflegeheim überwiesen. Anders als Ziverts blieb er nicht in Varel, sondern kam in das Ende 1959 gegründete Luise-Dittmar-Haus in Darmstadt. Hier lebte er bis spätestens 1965, bevor er dann um 1968 zu seinem Sohn Branislav nach Dortmund zog.

  1. Arolsen Archives, DocID: 79560169 ; Ebd. DocID: 79560171 ; Ebd. DocID: 68508689.

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von David Schober
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