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Der Glaube im Alltag der Menschen

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Gottesdienst mit dem russischen Erzbischof im Altersheim Varel.

Im Altersheim fanden Gottesdienste für die Bewohnerinnen und Bewohner verschiedener Religionen und Konfessionen statt. Auch anlässlich des Besuches des russischen Erzbischofes wurde ein großer Gottesdienst gefeiert.

Quelle: Heimat- und Stadtarchiv Varel.

Die Bewohner*innen des Altersheims gehörten unterschiedlichen Religionen und Konfessionen an. Sie konnten ihren Glauben im Altersheim auf verschiedene Weisen ausleben. Für die Angehörigen der christlichen Konfessionen gab es im Altersheim gesonderte Räume, in denen Gottesdienste abgehalten wurden.Christliche Bewohner*innen wurden von Pfarrern betreut. Die Pfarrer lebten entweder selbst im Heim oder waren für umliegende Gemeinden zuständig.1 

Probst Alfreds Grinsbergs, der mit seiner Frau im Heim lebte, betreute die Protestant*innen. Diese bildeten die größte konfessionelle Gruppe. Ab 1955 übernahm Paulis Urdze die geistliche Fürsorge für die überwiegend lettischen Protestant*innen.2 Er war Pastor der lettischen Gemeinde in Ohmstede und kümmerte sich auch um den Erhalt der Gräber einiger verstorbener Heimbewohnerinnen und Heimbewohnern.3 

  1. Vgl. Frerichs: Altersheim, S. 28-31.

  2. Vgl. Ebd.

  3. Vgl. Heuzeroth, Günter: Baltenflüchtlinge nach dem Zweiten Weltkrieg im deutschen Exil. Ein Balanceakt zwischen Diktaturen und Demokratie; dargestellt an den Baltenkolonien im Oldenburger Land, Oldenburg: Autorenteam für Kritische Geschichtsschreibung in Weser-Ems 2014, S. 76.

Johanni Feuer im Altersheim_034.jpg

Geiefert wurde im Altersheim auch das Johannisfest.

Der Johannistag – auch als Johanni, Johannisfest und Johannestag bekannt – wird am 24. Juni zu Ehren von Johannes dem Täufer gefeiert.

Quelle: Heimat- und Stadtarchiv Varel.

Die Katholik*innen wurden in den ersten Monaten des Bestehens des Altersheims von Priester Stanislaw Ren und ab Ende 1950 von Pfarrer Alexander Lumkowski betreut. Beide Männer stammten aus Polen und waren während des Zweiten Weltkrieges von den Nationalsozialisten verfolgt worden.
Neben dem Abhalten von Gottesdiensten spendeten sie auch die heiligen Sakramente, gaben Religionsunterricht, bearbeiteten Anträge der Bewohner*innen und waren deren Ansprechpartner für jegliche Fragen.4 

Ein besonderes Fest für die Angehörigen des katholischen und orthodoxen Glaubens stellte das sogenannte Johannisfest dar. Es wird zu Ehren Johannes des Täufers gefeiert, der als Heiliger verehrt wird. Bei den Feierlichkeiten wird häufig ein sogenanntes Johannisfeuer entzündet, mit dem nach altem Volkslauben böse Dämonen abgewehrt werden sollten. In Lettland ist der Johannistag ein Nationalfeiertag, weshalb er vermutlich auch von den lettischen Heimbewohner*innen ausgiebig gefeiert worden ist.

  1. Vgl. Frerichs: Altersheim, S. 29-31.

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von Lea Horstmann
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