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Persönliche Netzwerke und Verwandschaftsbeziehungen

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A.E.F. D.P. Regustration Record Edde Blaus.

Edde Blaus ist 1945 zusammen mit ihrem Sohn Alfreds Blaus als Displaced Person in Deutschland registriert worden. Ihr Sohn Alfreds Blaus stirbt 1950 in einem DP-Lager. Edde Blaus wird ab Juni 1950 im Altersheim in Varel untergebracht. Dort stirbt sie am 24. November 1951.

Quelle: Arolsen Archives, DocID: 66623974.

Viele Bewohner*innen des Altersheims hatten Angehörige und Bekannte, aber auch Netzwerke und Beziehungen im Ausland. Überdies gab es persönliche Beziehungen zwischen den Bewohner*innen oder Netzwerke, die in Varel entstanden sind.
Wer die Kontaktpersonen der Bewohner*innen waren, lässt sich über die Meldekartei des Altersheims, IRO-Dokumente, das Bestattungsregister und viele weitere Dokumente nachvollziehen.
Über die Meldekartei können vor allem die Ehepaare ausgemacht werden, die zusammen im Altersheim untergebracht waren. Kinder oder andere Angehörige sind häufig in IRO-Dokumenten verzeichnet und finden sich im Bestattungsregister als Besitzer*innen von Gräbern verstorbener Heimbewohner*innen. Viele Adressen der Angehörigen, die im Bestattungsregister verzeichnet sind, befinden sich im Ausland.

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Auszug aus dem Bestattungsregister zu Edde Blaus.

Edde Blaus starb am 24. November 1951 im Altersheim in Varel und wurde auf dem evangelischen Friedhof am 27. November 1951 beigesetzt. In ihrem Eintrag im Bestattungsregister findet sich in der Spalte 'Grabbesitzer' auf der linken Seite eine Adresse in England. Vermutlich sind es Angehörige Edde Blaus', die hier als Grabbesitzer eingetragen sind.

Quelle: Kirchenarchiv Varel, 1951, Foto.

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Zeitungsbericht über Edde Blaus.

Edde Blaus war in ihrer Heimat in Lettland sehr bekannt, weil ihre Söhne in der lettischen Armee kämpften. Sie werden in diesem Zeitungsbericht als "Helden" bezeichnet. In dem Zeitungsartikel heißt es: "Auch die Mutter der Helden, Ede Bļaus, schloss ihre Augen für das Leben. Ihre Grabstätte befindet sich zwar im Ausland, ist aber dennoch zugänglich, und Landsleute können Blumen am Grab der Mutter der Helden niederlegen. Sie starb 1951 in Deutschland, im Lager Varel, und ist auf dem Friedhof von Varel begraben. Dort wurde 1952 eine Gedenkstätte an ihrem Grab errichtet, die hauptsächlich aus Spenden des LKOK-Vereins und der DV-Sektion Farel finanziert wurde. An ihrem Grab fehlt es nie an Blumen. Einige von ihnen stehen auch zum Gedenken an die vier Helden des LKOK."

Quelle: Latvijas Nacionālajā bibliotēkā, Zeitungsbericht, 1971.

Dass viele Angehörige der Bewohner*innen im Ausland lebten, hängt vor allem mit dem Schicksal der Bewohner*innen im Zweiten Weltkrieg und dem Resettlement-Programm der IRO zusammen. Viele Eltern wurden von ihren Kindern getrennt, weil die Kinder in andere Länder auswandern konnten, wohingegen die Eltern aufgrund ihres hohen Alters oder ihrer Gesundheit in Deutschland bleiben mussten und nicht auswandern konnten oder durften.

Doch es bestanden auch Netzwerke und Verbindungen in die Heimatländer der Bewohner*innen. Insbesondere in lettischen und estnischen Zeitungen wurden zahlreiche Berichte über das Altersheim veröffentlicht. Ob dies auch für andere Länder, wie z.B. Polen, der Fall ist, kann an dieser Stelle aufgrund der Quellenlage nicht beantwortet werden.

Es interessierten sich aber nicht nur Menschen aus dem Ausland für die Bewohner*innen im Altersheim in Varel. Auch dort selbst gründeten sich nationale Komitees wie das lettische, das litauische oder das estnische Komitee. Diese sorgten jeweils für die Bewohner*innen der jeweiligen Nationalität. Sie planten Veranstaltungen, pflegten aber häufig auch den Kontakt zu größeren Organisationen in den Heimatländern.1 

Heute spiegeln sich die Verwandtschaftsbeziehungen, Kontakte und Netzwerke der Bewohner*innen in deren Grabsteinen auf dem Friedhof in Varel wider. Viele dieser Grabsteine gibt es lediglich aufgrund der engen Verwandtschaftsbeziehungen und Netzwerke, die die Bewohner*innen pflegten. 

  1. Vgl. Frerichs: Altersheim, S. 11f.

Der Grabstein Edde Blaus' befindet sich heute immer noch auf dem Friedhof in Varel. Er ist Teil eines Gedenkortes, wird auf der Internetseite des Friedhofs thematisiert und wurde im Rahmen dieser Ausstellung digital eingescannt.

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von Lea Horstmann
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Netzwerke und Verwandschaftsbeziehungen