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Lokale Wahrnehmung des Heims

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Luftbild der Gemeinde Varel von 1965.

Im unteren rechten Bereich sind die ehemaligen Kasernengebäude zu erkennen, in denen in den 1950er-Jahren das Altersheim für Displaced Persons untergebracht war. Das Altersheim befand sich in einem großen Gebäudekomplex, der am westlichen Rand der Gemeinde Varel lag.

(Luftbild, 1965, GeoBasis-DE/LGLN 2025)

Das Altersheim war in Varel in den ehemaligen Kasernengebäuden untergebracht. Dieser große Gebäudekomplex lag am westlichen Rand der Gemeinde Varel. Allein durch die Größe des Gebäudekomplexes und die Anzahl an Bewohner*innen, die im Altersheim lebten, war es vermutlich lokal sehr bekannt. Eine weitere räumliche Verbindung zwischen dem Altersheim, seinen Bewohner*innen und den in Varel lebenden Menschen entstand dadurch, dass die verstorbenen Heimbewohner*innen auf dem lokalen Gemeindefriedhof an der Oldenburger Straße bestattet wurden. Das Heim und seine Bewohner*innen müssen demnach im Stadtbild und für die Einwohner*innen Varels in den 1950er-Jahren präsent gewesen sein.

Diese Präsenz spiegelt sich in den zahlreichen Zeitungsartikeln wider, die in der Nordwest-Zeitung über das Altersheim publiziert worden sind. Das Altersheim und seine Bewohner*innen scheinen auf unterschiedliche Weise von den in Varel lebenden Menschen wahrgenommen worden zu sein.

In einem Reportagefilm über das Altersheim heißt es über die Bewohner*innen: "Man erkennt sie an ihrer Kleidung und Aussprache, wenn sie sich an den Markttagen unter die heimische Bevölkerung mischen." Der Film zeigt, dass die Bewohner*innen den Markt in Varel besuchten und dort sicherlich mit Vareler*innen interagierten. Diese haben die Bewohner*innen scheinbar vor allem wegen ihrer anderen Kleidung und Sprache als Heimbewohner*innen erkannt und negativ gelabelt. Denn das Altersheim war nicht in allen Teilen der Vareler Bevölkerung positiv angesehen.

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Herrenabend im Altersheim.

Das männliche Personal des Altersheims sitzt in größerer Runde zusammen und lässt den Abend bei einem Getränk ausklingen.

Quelle: Heimat- und Stadtarchiv Varel.

Vareler*innen nahmen das Heim hingegen als Arbeitsplatz und Veranstaltungsort positiv wahr. Erika Schneider, die ab 1954 als Krankenschwester im Heim arbeitete, beschreibt in einem Interview, dass sie die Tätigkeit im Altersheim vor allem wegen der guten Bezahlung angenommen habe. Im Vergleich zu einer Tätigkeit im Krankenhaus Varels sei sie im Altersheim wesentlich besser bezahlt worden.
Neben der Bezahlung scheint auch die Arbeit im Heim selbst mit positiven Nebeneffekten verbunden gewesen zu sein. Zahlreiche Fotos aus einem historischen Fotoalbum zeigen Mitarbeiter*innen des Heims bei Abschiedsfeiern oder anderen geselligen Runden. Solche Veranstaltungen haben sicherlich für ein gutes Arbeitsklima gesorgt und die Wahrnehmung des Heims verbessert. 

Darüber hinaus konnten die Mitarbeiter*innen, aber wahrscheinlich auch die lokale Bevölkerung, an Veranstaltungen im Heim teilnehmen. So sollen beispielsweise bei einer Aufführung einer Komödie im Altersheim auch Personen aus der Gemeinde anwesend gewesen sein.

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von Lea Horstmann
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