Skip to main content

Die Gründung des Heims

Altersheim für heimatlose Ausländer Postkarte.jpg

Quelle: Heimat- und Stadtarchiv Varel.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden auf dem ehemaligen Wehrmachtskasernengelände in Varel in den Jahren 1948 und 1949 zunächst polnische DPs untergebracht. Dies passierte nicht ohne Widerstand in der lokalen Bevölkerung: Am 04. Mai 1948 wurde in Varel eine “Außerordentliche Sitzung des Stadtrates” einberufen, deren einziger Tagesordnungspunkt im Protest gegen das DP-Lager war. Argumentiert wurde mit der angeblichen Gefahr, welche durch die polnischen Displaced Persons für die lokale Bevölkerung ausgehen würde. Zudem wird die Sorge geäußert, dass diese Menschen der lokalen Bevölkerung die Arbeitsplätze wegnehmen würde. Schon im Jahr 1949 wurde dieses Lager wieder aufgelöst. Die verbliebenen Bewohner wurden in Lager in den benachbarten Orten Marx und Friedrichsfeld umgesiedelt.

Nun wurde in den Kasernen ein Altersheim für Displaced Persons – vorwiegend für alte Menschen aus Osteuropa – errichtet. Gerade die älteren Menschen konnten häufig nicht aus Deutschland ausreisen, weil kein Land sie aufnehmen wollte. Sie waren alt, vom Krieg gezeichnet und häufig nicht mehr arbeitsfähig. In Niedersachsen, das von den Briten verwaltet wurde, gab es Angang der 1950er Jahre zunächst drei Altersheime dieser Art: Einmal das Altersheim in Bodenteich, das Adrian Marshall Home und das Altersheim in Varel. Mit einer Belegung von fast 1.000 Menschen war das Altersheim in Varel hierbei das mit Abstand größte. Gegründet wurde das Heim von den Alliierten und der IRO, aber bereits zum Juni 1950 ging die Kontrolle an Deutschland über. Jetzt waren die Innere Mission und die Caritas für das Altersheim verantwortlich.

__________________________________________________________

von Jannik Singer & Timo Diener
__________________________________________________________