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Das Altersheim für Displaced Persons in Varel

Altersheim für heimatlose Ausländer 050a.jpg

Haus I im Altersheim. Quelle: Heimat- und Stadtarchiv Varel.

Ein wichtiger Aspekt in der Geschichte des Vareler Altersheims für Displaced Persons ist die institutionelle Seite: seine Gründung, die Frage der Trägerschaft, die Aufnahmebedingungen und die Frage nach dem Personal, das die Verwaltung und den Heimalltag gestaltete. Dieser Teil der Ausstellung widmet sich diesen organisatorischen Rahmenbedingungen.

Auf den ersten Blick handelt es sich um ein scheinbar trockenes Verwaltungsthema. Tatsächlich aber wird gerade an dieser institutionellen Ebene sichtbar, wie sehr das Heim mit seiner Umgebung verflochten und in der jungen BRD verortet war – und wie politisch die scheinbar bürokratischen Fragen waren. Die Wahl des ehemaligen Kasernengeländes, die Proteste der Vareler Stadtbevölkerung, die Übergabe der Verantwortung von den Alliierten an deutsche Behörden, die treuhänderische Verwaltung durch Caritas und Innere Mission, die Sparpolitik der niedersächsischen Landesregierung und die Einstellung deutscher „Hauseltern" und Pflegekräfte: An jedem dieser Punkte lässt sich ablesen, wie das Heim zugleich lokal, regional, national und international verhandelt wurde und welche Rolle die Vareler Bevölkerung als Arbeitgeberin, Nachbarschaft und mitunter auch als Gegenüber einnahm.

Für eine Public History des Heims sind diese Verflechtungen zentral – denn sie zeigen deutlich, inwiefern die Geschichte der DPs auch eine Geschichte der deutschen Nachkriegsgesellschaft ist.

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von Sebastian Huhn
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